Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

NovemberstimmungAhorn

Die Flur umher
es kalt durchweht,
wo nirgend mehr
ein Blümlein steht.

Im Wald zerstiebt
das welke Laub –
Die ich geliebt,
sind alle Staub.

Sich frühe neigt
der Sonne Lauf,
am Himmel steigt
der Mond herauf.

Es füllt sich sacht
das Sternenzelt.
Sie sind erwacht
in jener Welt.

Martin Greif
(1839 - 1911), eigentlich Hermann Frey, deutscher Bühnenautor und Lyriker
(Quelle: www.Aphorismen.de)

Mit diesem Gedicht öffnet sich der Vorhang des Lesesaals für Frau Karla Haubold, die mit ihrem sozialen Engagement hervortritt und zu den Wegbereitern der Literatur im Erzgebirge gehört.

 

Trauer

Du willst mit mir trauern, sagtest du einst zu mir,
du wirst mit mir leiden, versprachst du sehr fest,
du wolltest da sein, wenn zu groß wird das Leid,
du hast es versprochen, und ich glaubte es dir.
Nun ist es geschehen, mein Verlust ist so hoch.
Ich fühle nur Leere, will den Schmerz nicht ertragen.
Gleich wenn du es wolltest, die Trauer bleibt mir,
es gibt kein Entkommen, kein Übertragen zu dir.

********

Du hilfst mir beim Trauern, wenn Zeit du hast.
Viel Verständnis mir zeigst, die Erinnerung teilst.
Mir Zeit gibst zum Weinen, die Hände mir reichst,
beim Reden gut zuhörst, um zu mindern die Last.


November, 2011

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