Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

Weda Natalie Berger (12 Jahre) aus Drebach hat ihre Geschichte "Das große Weinbergschneckenrennen" zum 8. Nachwuchsförderpreis der Literatur im Erzgebirge eingereicht. Leider hat Weda keinen der Hauptpreise gewonnen. Aber gerade deswegen möchten wir die Geschichte hier im Lesesaal vorstellen und zeigen, dass auch kleine Autor(inn)en ziemlich gute Geschichten schreiben können.

Das große Weinbergschneckenrennenschnecke

Heute ist ein großer Tag für die Weinbergschnecke Leni und ihre Besitzerin, das kleine Elfenmädchen Anni. Sie starten zum ersten Mal beim alljährlichen großen Weinbergschneckenrennen. Die beiden sind ganz aufgeregt, genauso wie die anderen Teilnehmer des Rennens. Alle versammeln sich auf der großen Elfenwiese.
Die Weinbergschnecken bekommen ihren weichen Sattel und das aufwendig mit Perlen bestickte rote Zaumzeug angelegt. Anni schlüpft in ihren flaschengrünen Rennanzug. Aber halt, wo sind denn ihre Startnummern. In ihrer Aufregung haben die Beiden, vergessen ihre Startnummern zu besorgen. Zum Glück sind sie nicht die Einzigen. Die Zwerge kommen und befestigen vorsichtig die Startnummer 5 an Leni und Anni.

Plötzlich ist eine laute Blumenfanfare zu hören. Eine säuselnde Stimme spricht: „Herzlich Willkommen zum alljährlichen Weinbergschneckenrennen. Zuerst starten unsere jüngsten Weinbergschnecken über eine Strecke von 10 Metern. Die Teilnehmer werden, gebeten ihre Startplätze einzunehmen.“ Leni wird ganz grün im Gesicht. Anni fragt besorgt: „Was ist, denn mit dir los Leni!“ „Mir ist vor Aufregung total schlecht. Ich glaub ich muss mich übergeben.“, stöhnt Leni. „Kein Problem, Leni. Ich habe vom Zwerg Mali Rali ein paar Kügelchen gegen Übelkeit bekommen. Mach deinen Mund auf, eins, zwei, drei Stück davon und es ist gleich wieder gut.“ Zärtlich streichelt Anni, Leni über den Kopf. „Gemeinsam schaffen wir das!“, macht Anni, Leni Mut. Tatsächlich nach wenigen Minuten hat Leni wieder ihre blassgelbe Farbe bekommen. Anni steigt vorsichtig auf Leni. „Alles klar?“ „Logo, alles startklar“, antwortet Leni. Langsam kriechen sie dem Startplatz Nummer 5 entgegen. Alle anderen Weinbergschnecken sind bereits auf ihren Plätzen. Eine Elfe winkt Leni an ihren Startplatz. „Schnell, schnell es geht gleich los!“, ruft sie.

Im Stadion auf der Elfenwiese herrscht ohrenbetäubender Lärm. Alle sind begeistert und feuern die kleinen Weinbergschnecken an. Auf einmal klingt die Blumenfanfare ganz laut über die Elfenwiese im Stadion. Arlinack Schrödermeier spricht mit verstärkter Stimme durch das Tulpenmikrofon. Er hüstelt: „Meine sehr verehrten Bewohner der Elfenwiese. Wir beginnen mit dem Rennen um den großen Weinbergschneckenpokal mit unseren Jüngsten Startern. An diesem Rennen nehmen zum ersten Mal teil, mit der Startnummer 1, Matti auf Klaus. Die Zwei hat Claudi auf Grobi. Mit der Nummer 3 gehen Romy und Tuttu ins Rennen. Die Nummer 4 haben Lilli und Turep. Auf Startplatz 5 steht Anni mit ihrer Schnecke Leni. Wir begrüßen mit der Nummer 6, Mona und Tobi. Lia auf Trudel starten von Platz 7. Lina mit Robert kriechen von Startbahn 9 ins Rennen, Rodo mit Roda von Platz 10, Margareta mit Ben von Platz 11, Tschila mit Mark von Platz 12, und Minki mit Fritz von Platz 13. Einen großen Begrüßungsapplaus für unsere jüngsten Weinbergschnecken.“

Ein tosender Applaus schallt durch das Stadion. Alle an ihre Startplätze: „Auf die Plätze, fertig los“, dröhnt es durch das Stadion. Die Schnecken kriechen los. Oh, was ist denn da auf der Rennbahn los, so ein Durcheinander. Die Startnummer 12, Mark bricht zusammen. Kein Wunder, wenn ich das richtig durch mein Fernglas sehe, sind sie völlig überladen. Warum haben die beiden auch einen Trekkingrucksack mit Salat und Getränken mit. Vielleicht wollen sie auf der Rennbahn übernachten. Ja die beiden haben es begriffen, Tschila stellt den Rucksack an die Seite. Das Rettungsteam ist bereits bei Mark und richtet ihn mit einem großen Kran wieder auf. Schauen wir uns das Teilnehmerfeld genauer an. Mark liegt hinten, in Führung ist Leni. Aber, was ist das? Fritz robbt flugs über die Bahn. Oh nein, er stößt mit Leni zusammen. Minki und Anni fallen von ihren Schnecken. Diese Chance nutzen die anderen Weinbergschnecken und ziehen an Fritz und Leni vorbei. Schade, Schade, Schokolade. Ich glaub‘s nicht, was wirbelt da durch die Luft. Die Brille von Lina, sie scheint nichts mehr zu sehen. Sie steuert Robert geradewegs in die Dornenhecke. Was für ein abenteuerliches Rennen. Aber hallo, was macht Matti da. Er setzt sich Schallschützer auf seine Ohren und zieht an einem langen Strick. Was für ein knatterndes Geräusch ist, das denn. Ich vermute einen Turbomotor. Das ist nicht möglich, auf dieser sandigen Bahn macht niemand einen Turbomotor an. Ich sehe nichts mehr eine riesige Staubwolke erfüllt das Stadion. Aber zum Glück ist die schnelle Löschtruppe vor Ort und bespritzt die Arena mit Wasser. Ja, langsam sehe ich die Rennbahn wieder. Das gibt es doch gar nicht. Ich glaub ich muss erst mal meine Brille putzen. Minki sitzt mit einem Liegestuhl auf Fritz und beide trinken einen Honigblütendrink. Die beiden chillen gemeinsam. Schade, Schade Schokolade. Aber an der Spitze des Rennens ist richtig was los. Leni gibt Gas, noch ein paar Meter bis zum Ziel. Doch da überholt sie Matti mit seinem Turboantrieb. Der Staub wirbelt noch immer auf. Das gibt es doch gar nicht. Es fängt an zu regnen. Beste Bedingungen für eine Weinbergschnecke. Aber nicht für Mattis Turboantrieb. Es zischt und qualmt. Die Feuerwehr rückt aus und löscht den Motor. Hoffentlich hat Klaus sich nicht verletzt.

Auf Platz 1 liegt Tobi. Aber Leni schiebt sich unaufhörlich weiter an die Spitze. Ja das Weinbergmädchen ist clever. Sie nutzt die Schleimspur von Tobi. Was für ein aufregendes Rennen. Die beiden liegen Kopf an Kopf. Nur noch ein paar Zentimeter. Wer wird das Rennen machen? Tobi oder Leni. Aber was ist das Tobi biegt scharf links ab. Er steuert zielstrebig auf das Salatbeet zu. Ich glaub es nicht, wie kann Tobi jetzt ans Fressen denken. Mona zieht verzweifelt an Tobi, doch dieser lässt sich nicht mehr Richtung Ziel bewegen. Schade, schade, Schokolade. Aber meine Damen und Herren, Leni saust ins Ziel. Mit 1 Stunde, 1 Minute und 1 Sekunde stellt sie einen neuen Streckenrekord auf.“ Die Zuschauer toben und jubeln. Leni ist die Siegerin des diesjährigen Weinbergschneckenrennens, das spannender nicht sein konnte. Alinarck Schrödermeier ist am Ende seiner Kräfte und braucht erst mal heißen Baldriantee.

Leni und Anni feiern. Sie freuen sich über ihren Sieg. Dann beginnt die Siegerehrung. Alinarck Schrödermeier überbringt die Preise. „Ich bitte, um Ruhe für die Siegerehrung der Jungweinbergschnecken. Den dritten Platz erreichte Turep. Zweiter ist Robert und den ersten Platz belegt Leni.“ Jetzt bekommt Leni ihren großen Pokal, der mit saftigem Salat gefüllt ist. „Ich möchte noch zwei neue Rekorde vermelden, die ins Elfenrekordbuch aufgeschrieben werden. Der erste Rekord geht an Leni, die für die gesamte Strecke 1 Stunde, 1 Minute und 1 Sekunde gebraucht hat. Den zweiten Rekord stellte Tobi auf. Der kurz vor dem Ziel ins Salatbeet abbog, um sich zu stärken. Er brauchte 3 Stunden, 3 Minuten, 3 Sekunden um ins Ziel zu kommen. Nochmals einen tosenden Applaus für unsere Weinbergschneckenrennen Neulinge. Nun bitte ich zu Ehren aller Teilnehmer zum großen Fest. Wir freuen uns, wenn wir die heutigen Jungweinbergschnecken beim nächsten Rennen wieder begrüßen können. Ich wünsche allen ein rauschendes Fest, Ihr Alinarck Schrödermeier.“

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