Literatur im Erzgebirge - Literatura v Krušných Horách

Im April begrüßen wir wieder einmal einen alten Bekannten und guten Freund in unserem Lesesaal.
Das Biergedicht zum 500. Jahrestag des deutschen Reinheitsgebotes, verkündet im Jahre des Herrn Anno 1516 zu Ingolstadt, gewidmet den Rechenberger Bierbrauern, geschrieben von Horst Bade aus Oranienburg.

bier

Hymne der Rechenberger Bierbrauer

Soll etwas Großes je gelingen
ist’ so, wie bei so vielen Dingen,
viel Mühe bringt ein gutes Werk,
dies weiß man auch in Rechenberg.
***
In bester deutscher Tradition,
dies wussten Mönche vor Urzeiten schon,
muss, - will viel Freude man bereiten,
damit beginnen schon beizeiten.
***
Aus großer Tiefe Felsgestein
bringt Wasser man ans Tageslicht
denn nur vom besten darf es sein,
sonst taugt die beste Hefe nicht.
***
Aus Gerste wird das Malz gedarrt,
sehr wichtig für die Blume zart
kommen Wasser und Wärme noch dazu
entsteht die Maische dann im Nu.
***
Die Würze entsteht im Läuterbottich
denn das, was dort entwickelte sich,
„Würzeausbeute“ wird es genannt,
die lässt der Brauer am Läutergrant
mit Hähnen in die Braupfanne rein
dann kommt der gute Hopfen hinein.

Hier kommt es dann zum Kochvorgang,
der dauert circa zwei Stunden lang,
die Hopfenblüten werden ausgeseihet
abgekühlt wird der Sud, zum Gären bereitet,
diese erfolgt in acht bis zehn Tagen,
die Gärung ist wichtig, da hilft kein klagen
und ganz genau muss man Buch drüber führen
und das Ergebnis auch stets kontrollieren.
***
In Eichenfässern in Kellern so tief,
zwar nicht so lang wie Dornröschen einst schlief,
aber dauerte zuvor nur zwei Stunden das Kochen,
dauert das Lagern jetzt acht bis zwölf Wochen.
***
Nun wird der noch trübe Sud filtriert,
dieser Vorgang hat mich fasziniert,
denn schaust du durch ein Glas mit Kerzenlicht,
erkennst du das Ergebnis danach nicht,
es entstand ein Trunk so glänzend und klar,
so rein, glaubt’s nur, es ist wirklich wahr,
denn am Georgitag 1516 wurde verkündet,
worauf sich die Reinheit deutschen Bieres gründet.
***
Vor genau 500 Jahren wurd es so formuliert,
dass nur Gerste, Hopfen und Malz man nehme zum Brauen
der Verweis noch heut viele Flaschen ziert,
darauf kann man bei deutschem Bier auch vertrauen,
denn dies ist für die Güte des Bieres sehr wichtig,
es geht auch anders, doch nur so ist es richtig.


Und dies ohne Zweifel in Rechenberg gilt,
so wie das Bier durst’ge Kehlen stillt
und dieser Trunk ist auch noch gesund,
er erfrischt und schmeckt zu jeder Stund,
aber Ihr lieben Leute denkt stets daran
nach zwölf Gläsern Bier
fällt auch der stärkste Mann.

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